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PATAVIENSIA
PASSAUER ARBEITEN ZUR LITERATUR- UND KULTURWISSENSCHAFT

Cover von Zugänge zu seinem Werk
Martin Buchner (1869-1959)
Zugänge zu seinem Werk

Hrsg. von Hans Krah und Ralf Schuster

10/2019
256 Seiten
29 Abbildungen
Hardcover
€ 49,22 Euro
ISBN 978-3-940784-46-9
ISSN: 2190-4898

Im Jahr 2019 jähren sich der Geburtstag und der Todestag des Passauer Dichters und Schulrats Martin Buchner (1869-1959) zum 150. bzw. zum 60. Mal. Anlaß genug, sich dem zwar nicht allzu umfangreichen, aber recht vielfältigen Oeuvre dieses von der Literaturwissenschaft bisher fast nicht beachteten Autors zu widmen und seine schriftstellerischen Leistungen, aber auch die pädagogischen Schriften Buchners und seiner Ehefrau in Erinnerung zu bringen. Der Band ist in drei Abteilungen untergliedert. Die erste Abteilung bietet Beiträge zu Werken, die zu Buchners Lebzeiten veröffentlicht wurden. Der zweite Teil gilt unveröffentlichten Manuskripten Buchners und liefert - erstmals überhaupt - einen Einblick in diesen Teil des Oeuvres. Die beiden Beiträge des letzten Teils beziehen Texte des Werks auf medienkulturelle Aspekte allgemeiner Art und erweitern damit die Werkinterpretationen im engeren Sinne. In einem Anhang werden verschiedene biographische Bild- und Text-Dokumente mitgeteilt. Neben zahlreichen Fotographien Buchners und seiner Familie in verschiedenen Phasen seines Lebens aus dem privaten Familienarchiv wird hier auch ein vom Autor selbst gegen Ende seines Lebens niedergeschriebener Lebenslauf präsentiert, der als Typoskript erhalten ist.

Das Inhaltsverzeichnis kann hier eingesehen werden.


Cover von Helden auf Bildungswegen
Marie Batzel:
Helden auf Bildungswegen?
Die Exemplarik erstrebende Biographie-Erzählung. Ein Gegenentwurf zum Gattungskonzept des Entwicklungs- und Bildungsromans


8/2010
556 Seiten
Hardcover
€ 74,90
ISBN 978-3-940784-10-0
ISSN 2190-4898

Eigentlich muss man sich wundern, dass eine Studie wie die von Marie Batzel nicht schon längst geschrieben worden ist: Zu offenkundig sind die Phänomene und auch die – partiell seit je bekannten – Probleme, die nach Lösung drängen: Für eine große, früh von der Literaturwissenschaft wahrgenommene Gruppe von Erzählungen sind infolge der im 19. Jahrhundert entstandenen Abhängigkeit der literaturwissenschaftlichen Konzepte und der entsprechenden Terminologie von Goethezeitlicher Anthropologie und Ästhetik die Bezeichnungen 'Entwicklungsroman' und 'Bildungsroman' gebräuchlich geworden. Schon der Parzival von Wolfram von Eschenbach und auch noch Die Blechtrommel von Günter Grass wurden als 'Entwicklungs-' oder 'Bildungsromane' bezeichnet.
Das von Marie Batzel entwickelte Gattungskonzept beruht auf der Einsicht, dass Gattungen als rhetorische Figurationen mit unterschiedlichen historischen Erscheinungsformen zu beschreiben sind. Gattungen werden als 'suprahistorische Leseschlüssel' definiert.
Die Gattungsbezeichnung 'Exemplarik erstrebende Biographie-Erzählung' veranschaulicht die vorherrschenden Struktur der regelmäßig als verwandt betrachteten Erzählungen: Der Lebenslauf einer Person wird ausführlich dargestellt, und die Auseinandersetzungen des Protagonisten mit allen Sinn oder Orientierung versprechenden Instanzen werden als exemplarisch für den 'status hominis' in der jeweiligen Erzählgegenwart vorgeführt. Der Erkenntnisgewinn bei den Analysen der acht Erzählungen (Parzival, Simplicissimus, Agathon, Anton Reiser, Wilhelm Meisters Lehrjahre, Franz Sternbalds Wanderungen, Der grüne Heinrich und Die Blechtrommel) zeigt, dass es an der Zeit war, einen epochentranszendenten Gegenentwurf zum Gattungskonzept des 'Entwicklungs-' und 'Bildungsromans' in die literaturwissenschaftliche Diskussion einzuführen.

Das Inhaltsverzeichnis kann hier eingesehen werden.